Prof. Ulrich Schwantes vor der Enquete-Kommission des brandenburgischen Landtags

Am 9. Dezember 2016 war Prof. Schwantes zur Anhörung bei der Enquete-Kommission zu Thema „Ärztliche Versorgung im ländlichen Raum“ eingeladen. Für die Landesregierung berichtete Herr Barta, Leiter der Abteilung „Gesundheit“ des MASGF. Prof. Schwantes erläuterte in seinem Vortrag die Möglichkeiten für die Attraktivitätssteigerung ländlicher Räume. Zunächst stellte er dar, warum trotz kontinuierlich steigender Arztzahlen ein Mangel an Ärzten wahrgenommen wird. Die Subspezialisierung in der Medizinnimmt zu. Arbeitszeitkontingente haben sich verändert. Work-Life-Balance spielt eine größere Rolle. Grundlegend für eine Niederlassung sei, dass es sich um eine mindestens mittelfristige Entscheidung zur Errichtung eines Wirtschaftsunternehmens handelt.

Die Attraktivität könne nicht nur durch wirtschaftliche Unterstützung gefördert werden, sondern müsse auch Infrastruktur der Region, die sozialen Belange der Ärztin/des Arztes und zugehöriger Familie, die technische Ausstattung (Breitbandausbau) der Region und eine große Variation möglicher Kooperationsformen berücksichtigen. Prof. Schwantes unterstrich die Bedeutung der Medizinischen Hochschule Brandenburg gerade auch für die Bindung des Nachwuchses im Land. Er sieht zudem mit der in Aussicht stehenden Gründung von Kompetenzzentren für Allgemeinmedizin eine Förderung von hausärztlichen Niederlassungen in der Region. Er hob die Aktivitäten der KVBB in diesem Zusammenhang hervor.

Die Landtagsabgeordneten stellten eine Reihe interessierter Fragen und dankten für die gegebenen Einschätzungen.