Hausärzteverband Brandenburg setzt Zeichen gegen das Terminservice- und Versorgungsgesetz

Anlässlich des Hausärztetages Brandenburg am vergangenen Wochenende setzen die Mitglieder des Hausärzteverbandes Brandenburg ein deutliches Zeichen gegen das verabschiedete Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG).

In einer Resolution kritisieren die hausärztlichen Vertreter einen massiven Eingriff in die ärztliche Selbstverwaltung und eine Entwicklung hin Richtung Staatsmedizin.

Stattdessen fordern die Hausärzte eine gezielte Steuerung der Patienten durch den Hausarzt zum Facharzt, um den Herausforderungen einer alternden Gesellschaft bei endlichen ärztlichen Ressourcen standzuhalten.

Die Resolution im Wortlaut:

Resolution des Hausärzteverbandes Brandenburg zum TSVG

Die Mitglieder des Hausärzteverbandes Brandenburg sprechen sich anlässlich ihres Hausärztetages in Potsdam gegen die neuen Vorgaben im TSVG aus.
Diese stellen einen vorher noch nie dagewesenen Eingriff in die Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit der Ärzte dar. Die Veränderungen negieren die ärztliche Selbstverwaltung und die Mitbestimmung der ärztlichen Basis und sind ein weiterer Schritt in Richtung Staatsmedizin.

Solange ein freier ungesteuerter Zugang eines jeden Patienten zu allen Ebenen des Gesundheitssystems -bei endlichen ärztlichen Ressourcen- besteht, wird auch eine Terminservicestelle keine Lösung für Terminprobleme sein und keine einzige zusätzliche Stunde an ärztlicher Betreuungszeit geschaffen!!!

Über Behandlungsbedarf und Dringlichkeit kann von keiner Terminservicestelle, sondern nur von Ärzten, in der Regel Hausärzte, entschieden werden. Da helfen auch keine anvisierten Extrazahlungen für Neuaufnahmen und Vermittlungsdienste.
Nur wenn die Politik die Budgetierung beendet und alle für die Patienten notwendigen Leistungen honoriert werden, kann auch in Zukunft dem Bedarf nach medizinischer Behandlung entsprochen werden.

So lange ein Hausarzt zukünftig für die Vermittlung eines Termins bei einem Gebietsarzt mit 10 Euro mehr Geld bekommt als für ein budgetiertes zehnminütiges Behandlungsgespräch, ist im Versorgungssystem etwas falsch.

Solch eine Entwicklung lehnen die Hausärzte in Brandenburg ab!

Das System bedarf eines strikten Umdenkens. Lösung ist eine qualifiziert gezielte Steuerung der Patienten durch den Hausarzt zum Facharzt, bei entbudgetierter Bezahlung aller Leistungen.